Coronavirus 2020-07-17

Coronasituation

by MF

Vieles war anders in unserer Gemeinde in den letzten Monaten. Und vieles wird noch anders bleiben. Wir können auch weiter nicht ungehindert zusammenkommen, müssen achtgeben auf die Menschen, die gefährdet sind und auf uns selbst. Aber wir sind gut vorbereitet und haben einen Plan, wie wir Tag für Tag, Woche für Woche unser Gemeindeleben organisieren.

Corona — Eine Herausforderung auch für unsere Gemeinde

„Weißt du was, Matti, eigentlich finde ich diese Zeit ganz wunderbar!!“ — Ein erstaunlicher Satz, der mir da am Telefon begegnete. Die Coronasituation hat uns alle kalt erwischt. Als Pastor der Gemeinde hatte ich das Gefühl: Jetzt sind wir gefragt, wir Seelsorger, Diakone, Christen. Wir als Gemeinschaft sind gefragt, um den Laden zusammenzuhalten. In den ersten Wochen war es erst einmal überraschend zu sehen, wie gut viele von euch in unserer Gemeinde mit der neuen Situation klargekommen sind. Umfassende Hilfsprogramme mussten nicht gestartet werden. So konnten wir uns darauf konzentrieren, einzelnen Menschen beizustehen, gezielt dranzubleiben, wenn Hilfe gebraucht wurde. Viel haben wir telefoniert und E–Mails geschrieben in den letzten Wochen. Wir haben einmal in der Woche Suppe ausgefahren und so den Kontakt zu den Menschen aufrechterhalten, die besonders unter der Einsamkeit leiden. Auf die notwendigen Hygienemaßnahmen haben wir dabei natürlich besonders wert gelegt.

Für die Unterstützung von Menschen, die kurzfristig durch die Coronakrise in finanzielle Schwierigkeiten gekommen sind, haben wir unseren Diakoniefond zur Verfügung gestellt und können den auch noch aufstocken, wenn in den nächsten Monaten der Bedarf steigt. Das bisher wenig Anfragen kamen, kann daran liegen, dass diese Möglichkeit der Unterstützung noch wenig bekannt ist in unserer Gemeinde. Sicherlich liegt es aber auch daran, dass die finanzielle Situation in Finnland für die meisten Menschen nicht existentiell bedrohlich ist. Falls ihr aber Menschen kennt, die Hilfe brauchen können oder ihr selbst kurzfristig Hilfe braucht, dann meldet euch bei unserem Diakon Timo Sentzke, E–Mail timo.sentzke@evl.fi. Eure Anfragen werden von ihm diskret und unbürokratisch behandelt.

Eine besondere Herausforderung besteht seit Ausbruch der Pandemie für das Leben und Arbeiten in unserem Seniorenwohnheim in Munkkiniemi. Dort leben zur Zeit 13 Menschen, die aufgrund ihres Alters besonderen Einschränkungen unterliegen. Die Mitarbeiterinnen und unser Zivi wohnen zum Teil mit im Haus, um die Kontaktpunkte nach außen zu verringern. Auch gibt es einen Einkaufsdienst von Ehrenamtlichen. Wir hoffen, dass sich nun nach und nach Möglichkeiten ergeben, auch im Seniorenwohnheim die Kontakte nach außen zu vergrößern. Wir werden dort zum Beispiel ab Juni wieder regelmäßig Gottesdienst feiern im kleinen Kreis.

Der Kindergarten und die Vorschule in Helsinki und die Nachmittagsbetreuung in Turku (NaBe) hielten auch in den Wochen des strengen Lockdowns die Türen offen für Kinder von Familien, die auf die Betreuung angewiesen waren. Es waren die ganze Zeit Kinder da und seit Mitte Mai ist der Laden auch wieder voll.

Eine wichtige Aufgabe war für unsere Mitarbeiter und für uns Pastoren die Gestaltung der Gottesdienste, Andachten und musikalischen Angebote im Internet. Da haben wir viel dazugelernt in den letzten Wochen und werden auch weiterhin diese Wege nutzen, um euch mit geistlicher und musikalischer Wegzehrung zu versorgen. Ihr findet alles gebündelt auf dem YouTube–Kanal der Gemeinde. In den Sommerwochen stelen wir weiter wöchentliche kleine Gottesdienste ins Netz (immer zur üblichen Gottesdienstzeit Sonntag 11 Uhr). Nach dem Sommer sollen auch die Kindergottesdienste im Netz weitergehen.

Neben der besonderen Arbeit, die durch die Coronasituation entstanden ist, ging natürlich auch einiges weiter, was zum Alltag unserer Gemeinde immer dazugehört. Die Verwaltungsaufgaben hören nie auf, das Büro war durchweg besetzt, der Garten und die Kirche (die fast jeden Tag in den letzten Wochen geöffnet war) wollen gepflegt sein. Wir haben die Zeit genutzt, in der Kirche eine neue Beleuchtung einzubauen. Sie erstrahlt nun also buchstäblich in neuem Licht. Und um die Kirche herum sind zahlreiche Pflanzkästen aufgestellt worden im Rahmen unseres Nachhaltigkeitsjahres, die nun fleißig von den Kindern des Kindergartens und der Vorschule, von Chormitgliedern, von der Krabbelgruppe und von unserem Küster Tobias gepflegt werden.

Hygienemaßnahmen während der Corona-Zeit

Die strengen Bestimmungen, die am Anfang der Coronazeit galten, lassen langsam nach, wir müssen trotzdem noch sehr aufpassen, dass Corona nicht erneut Eine zweite Corona–Welle im Herbst/Winter diesen Jahres ist möglich, jetzt können wir jedoch erst einmal etwas aufatmen: Gottesdienste können wieder gefeiert werden, Taufen, Hochzeiten und andere Familienfeste ebenso, Beerdigungen können stattfinden.

In den Gottesdiensten muss jedoch bei allem streng auf Hygienemaßnahmen geachtet werden. An Gottesdiensten können ab dem 1.6.2020 laut Bestimmungen des Bistums maximal 500 Personen teilnehmen, wenn besonders auf Abstände, Hand- und Hustenhygiene geachtet wird. Kollekte wird vorerst im Eingangsbereich nach dem Gottesdienst gesammelt, auf Gesangbücher wird verzichtet, Abendmahl wird mit Einzelkelchen gefeiert. Am Eingang werden wir Masken verteilen, die während des Gottesdienstes getragen werden sollen. Auch verzichten wir vorerst auf Gemeindegesang.

Bei Familienfesten gilt bis auf Weiteres noch die Regelung, dass nur max. 50 Personen teilnehmen können. Auch dort gilt es, Abstand zu halten und Hygienebestimmungen einhalten. Das Gemeindehaus ist seit dem 1.6. wieder geöffnet. Besonders soll auf unsere älteren Gemeindemitglieder Rücksicht genommen werden, damit diese nicht erkranken.

Unsere Kirche ist auch in diesem Sommer werktags von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Unsere Sommerjob-Jugendlichen sind eingewiesen worden, besonders auf die Hygiene im Kirchenraum zu achten. Ein Sommercafé kann in diesem Jahr im Garten leider nicht von den Jugendlichen organisiert werden. Vielleicht erhalten wir weitere Erleichterungen und es kann später im Sommer doch noch damit klappen.

✏︎ Matti Fischer und Anne Breiling

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